Statt einer Sachleistung ein Geldbetrag, über den Sie selbst entscheideen – das Persönliche Budget klingt komplizierter, als es ist. Wir erklären, was dahintersteckt.
Wer in Kontakt mit der Eingliederungshilfe kommt, stößt früher oder später auf einen Begriff, der zunächst bürokratisch klingt: das Persönliche Budget. Dahinter steckt aber eine ziemlich einfache Idee.
Normalerweise funktioniert Eingliederungshilfe als Sachleistung: Der Leistungsträger bewilligt eine bestimmte Unterstützung, ein Anbieter wie wir erbringt sie, die Abrechnung läuft direkt zwischen Träger und Anbieter. Beim Persönlichen Budget läuft es anders: Sie erhalten den bewilligten Betrag als Geldleistung selbst ausgezahlt und entscheiden eigenständig, bei wem und wie Sie sich die Unterstützung einkaufen.
Das bedeutet: mehr Entscheidungsfreiheit, mehr Verantwortung – aber auch mehr Gestaltungsspielraum. Sie können zum Beispiel eine feste Assistenzperson selbst auswählen, die Unterstützung flexibler auf Ihren Alltag zuschneiden oder mehrere Anbieter kombinieren, statt an einen einzigen gebunden zu sein.
Wichtig zu wissen: Das Persönliche Budget ist kein eigenes Leistungsangebot, sondern eine andere Auszahlungsform für Leistungen, die Ihnen ohnehin zustehen – etwa im Rahmen der Assistenz im eigenen Wohn- und Sozialraum. Beantragt wird es beim gleichen Leistungsträger wie die Sachleistung auch, meist der Stadt oder dem Landkreis. Im Antrag wird gemeinsam festgelegt, welchen Unterstützungsbedarf Sie haben und in welcher Höhe das Budget dafür ausreicht – dieser Schritt heißt Zielvereinbarung.
Für viele klingt das zunächst nach mehr Aufwand. In der Praxis ist es das nicht zwangsläufig: Wir begleiten Menschen, die sich für diesen Weg entscheiden, durch den gesamten Prozess – von der Antragstellung über die Zielvereinbarung bis zur laufenden Abrechnung. Sie müssen diesen Weg nicht allein gehen, nur weil Sie ihn selbst gestalten möchten.
Ob das Persönliche Budget für Ihre Situation passt, lässt sich am besten im persönlichen Gespräch klären. Manchmal ist die klassische Sachleistung die einfachere Lösung, manchmal überwiegt der Gewinn an Selbstbestimmung deutlich den zusätzlichen organisatorischen Aufwand. Beides ist in Ordnung – wichtig ist, dass Sie die Wahl haben.
